Eine Wohngebäudeversicherung bietet Hauseigentümern die Möglichkeiten, sich gegen Schäden wie etwa Brand und Sturmschäden abzusichern. Dass dieser Fall durchaus häufig eintritt, zeigt die Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): So haben die 117 im Verband organisierten Versicherer im Jahr 2016 (aktuellster Stand der Statistik) in dieser Versicherungssparte rund 1,9 Millionen Schäden in Höhe von insgesamt rund 4,7 Milliarden Euro reguliert. Damit liegen die Versicherungsleistungen lediglich geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres. Pro Schaden fielen die Leistungen jedoch mit 2.504 Euro deutlich höher aus als 2015, obwohl die Zahl der Schäden im Vorjahr mit 2,6 Millionen deutlich höher ausfiel.

Naturgefahren-Ereignisse führen zu hohen Schwankungen

Wie eine Auswertung des Online-Nachrichtendienstes Versicherungsjournal.de anhand von GDV-Daten zeigt, schwankte die Höhe der gezahlten Leistungen seit 2002 erheblich: So fiel das Volumen der Schadensregulierungen 2003 mit rund 2,9 Milliarden Euro am niedrigsten aus, im Jahr 2013 hingegen waren es knapp über sechs Milliarden Euro. Diese großen Unterschiede ergeben sich daraus, dass es im betreffenden Jahr zu schweren Naturereignissen kam. Das war im Jahr 2013 aufgrund des Jahrhunderthochwassers Anfang Juli des Jahres sowie des Jahrhundertsturms „Andreas“ der Fall.

Leitungswasserschäden mit Abstand häufigste Schadensursache

2016 mussten die Wohngebäude-Versicherer insgesamt knapp 1,15 Millionen Leitungswasserschäden regulieren, gegenüber den beiden Vorjahren blieb die Zahl relativ konstant. Anders hingegen beim Volumen – dies erreichte in Summe knapp 2,6 Milliarden Euro. Pro Schaden zahlten die Versicherer durchschnittlich 2.250 Euro an jeden Betroffenen aus. Gegenüber 2014 stieg die durchschnittliche Schadenshöhe pro Fall um knapp 300 Euro.

Auf Platz 2: Sturm und Hagelschäden

Am zweithäufigsten traten 2016 Sturm- und Hagelschäden auf: Insgesamt meldet der GDV für diese Kategorie rund 400.000 Fälle, die Versicherungsleistungen summierten sich in diesem Bereich auf insgesamt 610 Millionen Euro – rund die Hälfte dessen, was die Assekuranz 2015 zu zahlen hatte. Zudem war die Anzahl der Schäden 2015 dreimal so hoch. Der Durchschnitt der Versicherungsleistungen lag bei Sturm- und Hagelschäden bei 1.521 Euro. Zum Vergleich: Im schadensreichen Jahr 2013 zahlten die Versicherer im Schnitt 2.370 Euro an die Geschädigten.

Feuerschäden: Seltener, aber kostspielig

Im Bereich Feuerschäden meldet der GDV für 2016 insgesamt rund 200.000 Fälle, seit 2014 veränderte sich die Anzahl der Schäden nur unwesentlich. Die Versicherungsleistungen summierten sich auf insgesamt rund eine Milliarde Euro, pro Schaden zahlten die Versicherer durchschnittlich 4.934 Euro aus. Das ist pro Schaden gerechnet der zweithöchste Betrag, der lediglich von Elementarschäden übertroffen wird.

Elementarschäden: Mehr als dreimal so viele Fälle wie 2015

Die Zahl der Elementarschäden stieg nach 50.000 Fällen in 2014 sowie mit 20.000 Fällen im Jahr 2015 deutlich auf rund 70.000. Dazu gehören Schadensereignisse aus den Bereichen Überschwemmungen (Ausuferung und Starkregen), Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbrüche. Bis auf Überschwemmungen sind die übrigen genannten Schadensfälle allerdings sehr selten. Im Schnitt zahlten die Versicherer 5.597 Euro an jeden Geschädigten. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 lag diese Summe bei 9.100 Euro, die Zahl der Schäden lag bei 80.000.