Bekanntermaßen ist Deutschland eher ein Land der Mieter als der Eigentümer. Doch wer sind eigentlich die Vermieter? Dieser Frage ging das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) im Rahmen der Studie „Perspektiven für Kleinvermieter“ nach. Demnach befinden sich rund 15 Millionen Wohnungen – rund 60 Prozent des gesamten Mietwohnungsbestands – im Besitz von etwa 3,9 Millionen Kleinvermietern. Die Analyse basiert unter anderem auf Daten des Sozio-Ökonomischen Panels, erstellt wurde sie im Auftrag der Eigentümerverbände Kölner Haus- und Grundbesitzerverein von 1888 sowie Haus und Grund Düsseldorf und Umgebung.

Statistisch gesehen zählen im Bundesdurchschnitt damit neun Prozent der deutschen Haushalte zu den Vermietern, wie das IW berichtet. Der Anteil der Haushalte, die mindestens eine Wohnung vermieten, variiert von Bundesland zu Bundesland allerdings erheblich und liegt in Süddeutschland deutlich über dem Durchschnitt: Sie beträgt in Baden-Württemberg 15 und in Bayern zwölf Prozent, in Sachsen-Anhalt ist der Anteil der Vermieterhaushalte mit drei Prozent hingegen am niedrigsten.

Jeder zweite Kleinvermieter erzielt Mieteinnahmen unter 5.000 Euro

Sonderlich lukrativ ist die Wohnungsvermieter für einen Großteil der Kleinvermieter allerdings nicht: Pro Vermieter ermittelte das IW im Schnitt Mieteinnahmen vor Steuern in Höhe von 8.900 Euro jährlich. Nur rund jeder fünfte Vermieter schafft es, mehr als 10.000 Euro jährlich zu erwirtschaften, etwa 30 Prozent der Vermieter erzielen Mieteinnahmen in Höhe von 5.000 bis 10.000 Euro jährlich. Rund die Hälfte der Kleinvermieter muss sich der Auswertung des IW zufolge mit jährlichen Mieteinnahmen von weniger als 5.000 Euro begnügen. Und für knapp sieben Prozent von ihnen rentiert sich die Vermietung gar nicht, da sie unterm Strich ein Minus verbuchen.

Niedrigere Mieteinnahmen auf dem Land

Als besonders schwierig gestaltet sich die Vermietung der Analyse zufolge auf dem Land: Dort liegen die Einkünfte aus der Wohnungsvermietung 40 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Der Anteil derer, die mehr als 10.000 Euro jährlich an Mieteinnahmen generieren, liegt dort bei weniger als 15 Prozent. Ähnlich hoch ist der Anteil derer, die Mieteinnahmen von weniger als 1.000 Euro jährlich erzielen. Zum Vergleich: In den Städten liegt der Anteil der Vermieter, die mindestens 10.000 Euro erzielen, bei über 20 Prozent – und lediglich rund sieben Prozent von ihnen erwirtschaften unter 1.000 Euro jährlich.

Klischee vom reichen Vermieter trifft nur bedingt zu

Wie das IW weiter mitteilt, trifft das Klischee vom reichen Vermieter keineswegs immer zu: Unter den 20 Prozent einkommensschwächsten Haushalten besitzen immerhin sechs Prozent eine Wohnung als Kapitalanlage. Und immerhin 22 Prozent der Haushalte mit einem Nettoeinkommen unterhalb des Medians gehören zur Gruppe der Wohnungsvermieter. Innerhalb dieser Gruppe sind Rentner und Selbstständige laut IW überproportional stark vertreten, unter ihnen liegt die Vermieterquote bei 30 beziehungsweise 14 Prozent. Auszubildende, Arbeiter und Arbeitslose hingegen unterproportional. Der typische Kleinvermieter ist der Auswertung zufolge eher verheiratet als alleinstehend und im Schnitt 59 Jahre alt. Unter den 18- bis 34-Jährigen vermieten nur drei Prozent der Haushalte, bei Senioren-Haushalten mit einem Alter von 65 bis 74 Jahren liegt die Quote bei 17 Prozent.

Wie das IW mitteilt, ist die Anzahl der privaten Kleinvermieter in den letzten Jahren gestiegen und nahm seit 2000 um 750.000 zu. Dieser Anstieg hätte nach Einschätzung der Studienautoren jedoch höher ausfallen können, da die Konjunktur stark und die Nachfrage nach Wohnungen hoch sei. Doch finanzielle Belastungen wie energetische Sanierungen und zunehmende Regulierungen durch die Mietpreisbremse oder etwa Milieuschutz-Auflagen würden dies verhindern, erläutert Michael Voigtländer, Co-Autor der Studie.