Der Garantiezins für klassische Lebens- und Rentenversicherungen ist weiter im Sinkflug: Lag er zuletzt noch bei 1,25 Prozent, sind es seit Jahresbeginn nur noch karge 0,9 Prozent. Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage, welche Alternativen sich für die Altersvorsorge anbieten. Fondspolicen etwa sollen über Investments in Aktien- und Rentenfonds höhere Renditen bringen. Verbraucherschützer kritisieren jedoch die hohen Kosten, die mit diesen Produkten verbunden sind. Sie sehen auch in selbst zusammengestellten Fondssparplänen eine lukrative Möglichkeit, fürs Alter vorzusorgen. Letztendlich sind Fondspolicen bei genauer Betrachtung ebenfalls Fondssparpläne, ergänzt um eine Versicherungskomponente, die eine lebenslange Rentenzahlung sicherstellen soll. Welche Variante für wen interessanter sein könnte, lässt sich pauschal nicht sagen, da verschiedene Faktoren für die Bewertung eine Rolle spielen. Vier wichtige Aspekte sollten für die Entscheidung unter die Lupe genommen werden: Die Risikobereitschaft, die gewünschte Flexibilität, die Steuer und die Kosten.

Wie viel Risiko ist gewünscht?
Wer bereit ist, höhere Gebühren in Kauf zu nehmen, sofern das Verlustrisiko begrenzt wird, ist möglicherweise mit entsprechend konzipierten Fondspolicen besser beraten. Produkte mit Garantiekomponenten zeichnen sich dadurch aus, dass der Versicherte auf einen Teil der möglichen Rendite verzichtet und im Gegenzug die Verluste minimiert oder gar ausgeschlossen werden. Dafür werden beispielsweise Höchststandsgarantien eingesetzt oder so genannte Caps für die jährliche Wertentwicklung definiert. Wer hingegen auf einen Fondssparplan setzt, nimmt die Marktschwankungen stets im vollen Umfang mit. Besonders vorsichtige Anleger fahren daher möglicherweise mit Fondspolicen besser. Alternativ können sie bei der Fondsauswahl auf eher risikoarme Anlageklassen ausweichen.

Welchen Stellenwert nimmt Flexibilität ein?
Einen Fondssparplan kann man jederzeit aussetzen, ändern, erhöhen oder vollständig beenden – beispielsweise, um das Guthaben zum Immobilienerwerb zu verwenden. Eine Fondspolice hingegen ist deutlich unflexibler. Zwar ist die Anpassung der Beiträge meist möglich, doch wenn sich beispielsweise die finanzielle Situation verschlechtert, kann der Vertrag bestenfalls beitragsfrei gestellt, aber nicht aufgelöst werden. Das angesparte Guthaben ist somit nicht beziehungsweise mit einem Abschlag verfügbar. Denn insbesondere nach nur kurzer Laufzeit ist der so genannte Rückkaufswert deutlich geringer als die eingezahlten Beträge, da anfangs wegen der Kosten weniger angespart wird. Wer also uneingeschränkt die Möglichkeit haben möchte, auf das Ansparguthaben zuzugreifen, fährt mit einem Fondssparplan besser.

Mit welcher Steuerbelastung ist zu rechnen?
Fondspolicen bieten einen steuerlichen Vorteil: Während der Ansparphase sind die Erträge der Fonds bislang komplett steuerfrei, Umschichtungen ebenso. Beim Fondssparplan hingegen fallen bei Umschichtungen 25 Prozent Steuer auf den Veräußerungsgewinn an, ebenso werden die Erträge mit diesem Steuersatz belastet – jedenfalls, sofern der Sparerfreibetrag bereits ausgeschöpft ist. Ab 2018 gilt im Rahmen der Investmentsteuerreform allerdings sowohl für Fondspolicen als auch für Fondssparpläne, dass die Erträge auf Fondsebene mit 15 Prozent versteuert werden. Bei Fondssparplänen können Anleger je nach Fondskategorie jedoch zwischen 15 und 80 Prozent der Erträge abgeltungssteuerfrei vereinnahmen.

Auch bei einer Auszahlung der Ansparsumme bei Rentenbeginn (Kapitalwahlrecht) gibt es steuerliche Unterschiede: Der via Fondspolice angesparte Ertrag wird zur Hälfte mit dem individuellen Steuersatz belastet, sofern der Vertrag mindestens zwölf Jahre lief und die Summe frühestens nach Erreichen des 60. Lebensjahrs ausgezahlt wird. Beim Fondssparplan gilt dies nicht: Hier werden 25 Prozent Abgeltungssteuer auf den gesamten Gewinn fällig. Wird hingegen eine lebenslange Rentenzahlung gewählt, fallen Steuern auf den Ertragsanteil an, der beispielsweise bei einem 67-Jährigen 17 Prozent beträgt. Wie groß der steuerliche Unterschied bei beiden Varianten ist, hängt somit auch vom persönlichen Steuersatz zum Zeitpunkt des Rentenbeginns ab.

Was kosten die Produkte?
Verbraucherschützer raten bei einer Entscheidung für Fondspolicen zu kostengünstigen Produkten, die Exchange Traded Funds – kurz: ETFs – im Angebot haben. Noch kostengünstiger sind so genannte Nettopolicen, die ohne Provision verkauft werden und vorwiegend von Honorarberatern angeboten werden. Auch bei Fondssparplänen gelten ETFs aufgrund ihrer vergleichsweise niedrigen Gebühren als die bessere Wahl. Bei der Auswahl sollten also auch die Kosten genau unter die Lupe genommen werden.

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